5. VLN-Lauf zur BF Goodrich-Langstreckenmeisterschaft
Vom Comeback für den Fotouristen-M3 beim 5. VLN Lauf nach einem Motorschaden und eines bekannten Nordschleifen- K(o)enners.
Beim 5. VLN-Lauf, dem ADAC-Rheinoldus-Langreckenrennen, waren wir nach dem vorangegangenen Motorschaden im Zeittraining zum VLN-Lauf wieder gutgerüstet am Start. Der BMW hat zwischenzeitlich einen neuen Motor erhalten und die Mechaniker-Crew hat ganze Arbeit geleistet, um den Renner wieder tip-top vorbereitet an die Rennstrecke zu bringen. Verstärkung erfuhr die Fahrerpaarung Andreas und Bernd Seidel an diesem Samstag durch einen guten alten Bekannten auf der Nordschleife: Sebastian Holl, den der Renn-Bazillus nach zwei Jahren Renn-Abstinenz wieder gepackt hat.
Sebastian war es dann auf vorbehalten, den Start-Turn zu übernehmen. Aus einer soliden Mittelfeld-Startposition heraus, konnte Sebastian dann auch schnell aufschliessen. Der Vorwärtsdrang wurde jedoch durch ein vollkommen unnötiges und unsportliches Manöver eines Konkurrenten gestoppt. Beim Anbremsen Ende der Start-Ziel-Geraden für der offenbar übermotivierte Kollege zunächst im Heck auf. Sebastian wechselte darauf hin auf die linke Fahrbahnseite und gab die Innenbahn frei. Statt die nun freie Innenbahn für sich zu nutzen, zog der Kollege vollkommen überraschend mit nach links und verewigte sich anschliessend unnötigerweise in der rechten Seitenwand unseres Renners. Dabei wurden auch die beiden rechten Felgen erheblich beschädigt.
Bei den anschliessenden planmässigen Boxenstops für Fahrerwechsel und Nachtanken wurden dann zunächst die Räder auf der Vorderachse gewechselt, später auch auf der Hinterachse. Durch das unfallbedingte nachteilige Fahrverhalten und die reparaturbedingten längeren Boxenaufenthalte war dann der Vorwärtsdrang leider beendet. Das Rennen endete für uns dann ohne weitere Zwischenfälle auf dem 7. Klassenrang, womit wir in Anbetracht der Ereignisse aus dem ersten Turn noch ganz zufrieden sein können.
Der Saisonstart, der keiner war...
Eigentlich sollte an dieser Stelle der erwartete Rennbericht zum Saisonstart 2009 erscheinen. Aber im Motorsport kommt es ja gelegentlich anders als man denkt und hier ist eine solche Episode zu diesem Thema.
Guter Dinge ist das gesamte Team am letzten Freitag zum zweiten Lauf der BF Goodrich-Langstreckenmeisterschaft zum Nürburgring aufgebrochen. Für das Team Seidel Motorsport sollte diese Veranstaltung der langersehnte Start in die Rennsaison 2009 sein. Der Winter war erneut viel zu lang und somit konnten es alle Teammitglieder kaum erwarten, endlich wieder in das Renngeschehen einzugreifen. Die Wettervorhersage für den Samstag hat zwar ähnlich bescheidenes Eifelwetter angekündigt, wie es uns auch schon drei Wochen zuvor bei den Probe-, Test- und Einstellfahrten empfangen hat, aber das hält den wahren Rennfan ja bekanntlich nicht ab.
Gut vorbereitet und mit frisch revidiertem BMW M3 sollte die Fahrerpaarung Andreas Seidel, Bernd Seidel und Lasse Osterild an diesem Wochenende in der Wertungsgruppe H an den Start gehen. Da das Training erneut verregnet war, konnten wir die Setup-Verbesserungen der Einstellfahrten direkt umsetzen. Erster Fahrer im Training war Andreas Seidel, der planmässig nach zwei gezeiteten Runden die Box zum Fahrerwechsel aufgesucht hat. Dabei wurde jedoch ein Check des Motors fällig, da der M3 in der zweiten Runde spürbar an Leistung verloren hat und spürbar \"unrund\" lief. Während der zweite Fahrer bereits im Cockpit fertig angeschnallt wurde, hat die Mechaniker-Crew sich fieberhaft auf die Suche nach dem Fehler gemacht. Zunächst haben wir eine defekte Zündkerze oder Steckerverbindung vermutet. Dann hat sich die Fehlersuche jedoch unangenehm in die Länge gezogen. Während die kostbare verbleibende Trainingszeit spürbar zu verrinnen schien, machte sich Enttäuschung und Ratlosigkeit auf den Gesichtern der Mechaniker breit. Die Fehlersuche ging nun in unvermutete Tiefen. Leider kam dann das frühe und endgültige Aus mit der Diagnose eines Motorschadens. Das Material des ersten und zweiten Zylinders zeigte bereits Auflösungserscheinungen. Damit war der Rückzug des BMW unvermeidbar.
Die Suche nach den tieferen Ursachen und die Reparatur ist mittlerweile im vollen Gang, dennoch erscheint ein Start beim kommenden Lauf zur BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft derzeit nur schwer zu realisieren. Fest steht aber, dass der M3 schnellstmöglich den Weg zurück zur Rennstrecke finden wird und die Mechaniker und Team Mitglieder noch erfolgshungriger auf das erste Erfolgserlebnis in 2009 hinarbeiten werden.
Nach dem Rennen ist vor dem Rennen...
Die Saison 2008 hatte viele Gesichter...
...hier sind einige davon:
Die Saison 2008 hat ein buntes Programm für uns bereitgehalten. An dieser Stelle möchten wir Euch einen Rückblick auf unser Motorsportjahr, die Highlights und Downlights sowie einen Blick hinter die Kulissen geben.
Im Winter 2007/2008 stehen zwar bekanntlich die Motoren still, aber in den heimischen Werkstätten wird oft fleissig geschraubt und an die Weichen für das neue Jahr gestellt. Da der M3 bereits rennfertig mit neuem Motor und Getriebe aus dem Herbst der Vorsaison zurückgekehrt ist, war der Jahreswechsel 2007/2008 recht ruhig. Das gibt Zeit, sich mit einigen Details zu befassen, die sonst eher in den Hintergrund rücken: Sitzposition optimieren, Feintuning des Fahrwerks und und und...
Darüber hinaus zeichnete sich ab, dass das Team in 2008 mit der erfahrenen Fahrerpaarung Lasse Osterild (DK), Christer Hallgren (SWE) und Meyrick Cox (U.K.) schlagkräftige Unterstützung bekommen sollte. Erstmals sollte der bekannte und zuverlässige M3 die 24h in der Grüne Hölle unter die Räder nehmen. Dazu musste im Vorfeld natürlich erstmal ein Lauf zur Rundstrecken-Challange-Nürburgring als letzter Funktionscheck und Eingewöhnung auf das Einsatzfahrzeug absolviert werden.
Wie nicht anders zu erwarten, wartet die Eifel im April natürlich mit bestem Ferienwetter auf...
Anfang des Jahres ein Lauf zur RCN bei typischem Eifelwetter...
Danach wurde es erst einmal für einige Wochen ruhiger um den BMWM M3. Im Hinblick auf das Saisonhighlight blieb der Rennwagen in der Werkstatt, um keine unnötigen Unfallrisiken einzugehen. Rennsport bleibt eben auch immer ein Stück weit unkalkulierbar.
Die Zeit wurde aber keinesfalls langweilig. Die Team-Organisation rund um einen 24h-Einsatz ist auch ohne zwischenzeitliche Rennen zeitintensiv:
Ersatzteillisten wurden zusammengestellt, zusätzliche Mechaniker ins Team integriert, Teile beschafft, Besprechungen und Papierkram erledigt. Wenige Wochen vor dem Rennen komplettierte der mehrfache 24h-Teilnehmer Eric Freichels noch das Fahrergespann. Drei Fahrer sind gut, vier Fahrer sind besser - im Hinblick auf Erholungsphasen, Konzentrationsstärke und somit Fehlerfreiheit. Diese Strategie sollte sich in der Rückblende als goldrichtig erweisen.
24h-Nürburgring Nordschleife: Impressionen aus der Nacht ...
Nach dem 24h-Rennen war für die ganze Mannschaft erst einmal zwei Wochen Regeneration angesagt. Dann wurde der Mechaniker in einem aber auch schon wieder zunehmend unruhig und die Werkstatt rief. Durch die fehlerfreie Fahrt der Piloten war lediglich eine Grundreinigung, Check aller Verschleissteile sowie Austausch des Getriebes (Ende der Laufleistung), Streuscheiben der Scheinwerfer und Windschutzscheibe (jeweils durch Steinschlag lädiert) vorgenommen. Die Tatsache bei der ersten Teilnahme im Ziel angekommen zu sein, durchzufahren mit Ausnahme der drei ausserplanmässigen Stops, freut das gesamte Team. Ein ganz besonderer Dank gilt der Mechaniker-Crew, insbesondere für den Diff-Wechsel unter absolutem Hochdruck.
... und nach der Rückkehr aus dem Parc Ferme
Die zweite Jahreshälfte stand ganz im Zeichen der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring - kurz VLN genannt.
Das 6h-Rennen nahmen Andreas Seidel, Lasse Osterild und Christer Hallgren gemeinsam in Angriff.
Die Wettervorhersagen liessen nichts Gutes erahnen. Kurz vor dem Start ergoss sich ein heftiger Regenschauer über der Strecke.
Zum Beginn der Einführungsrunde hatte es aber bereits wieder aufgehört zu regnen. Da die gesamte Strecke zu diesem Zeitpunkt aber noch nass war, war es sicherer, auf Regenreifen zu setzten. Bereits nach kurzer Zeit war aber bereits klar, dass der Wechsel auf Slicks sinnvoll ist.
Während es auf dem Teil der Grand-Prix-Strecke noch nass war, trocknete die Nordschleife typischerweise bereits ab. Da die rund 20 der insgesamt 24,5 km langen Streckenvariante auf der Nordschleife liegen, wechselte das Team bereits nach vier Runden auf Slicks. Lasse Osterild blieb bei dem schnellen Reifenwechsel im Auto sitzen. Danach verbessterten sich die Rundenzeiten zusehens. Nach weiteren sieben Runden war der planmässige Stop mit Fahrerwechsel auf Christer Hallgren und Nachtanken fällig. Der dritte Turn ging an Andreas Seidel. Bereits nach wenigen Runden suchte erneut ein heftiger Regenschauer die Rennstrecke heim.
Ein Wechsel zurück auf Regenreifen war unausweichlich. Leider war zu diesem Zeitpunkt noch ein Grossteil des Rückweges zur rettenden Boxeneinfahrt zu erledigen.
Heftige Unfälle, insbesondere auf der Döttinger Höhe, unzählbare Gelbphasen und Aquaplaning bei gefühlter Schrittgeschwindigkeit liessen den Rückweg ewig lang erscheinen. Letztlich zahlte sich die besonnenen Fahrweise jedoch aus. Die Box wurde ohne Ausrutscher bei den widrigen Umständen erreicht. Die Mechaniker- Crew war erneut gefragt und erledigte einen blitzschnellen Rückwechsel auf Regenreifen. Zum vierten und letzte Run ging Christer Hallgren -dann wieder mit Slicks bereift- bei schwierigen Mischverhältnissen auf die Strecke zurück. Nach 6 Stunden und , 33 gefahrenen Runden stand somit ein verdienter Platz 4 in der mit 17 Autos stark umkämpften Klasse V5 fest.
Zweitschnellste Rundenzeit in der Klasse - auch das ein schöner Erfolg der die Leistung des Team an diesem Tag abrundet!
BMW M3 im VLN-Langstrecken-Outfit
Im Rennsport läuft es allerdings nicht immer wie gewünscht. Auch das mussten wir im Jahr 2008 erfahren.
Nach der Absage des Rennens am 13. September wegen einer durch Unfall mit Dieselkraftstoff verschmutzten Rennstrecke, ist das Team am 11. Oktober erneut hochmotiviert zum DMV 250-Meilen-Rennen, dem achten Wertungslauf der VLN, angereist. Der BMW M3 zeigte sich erneut sehr gut vorbereitet, so dass neue teaminterne Rundenrekorde möglich wurden.
Leider sind wir in der 5. Runde den Ausfall durch einen Unfall im bekannten Streckenabschnitt Fuchsröhre hinnehmen.
Zu diesem Zeitpunkt waren wir in einem äusserst interessanten und fairen Zweikampf mit dem Z4 des Z-Racing-Teams gefangen, der sicher noch eine spannende Fortsetzung hätte finden können...
Glücklicherweise war nur ein geringer Blechschaden zu vermelden - aber auch das gehört zum Rennsport!
Nach so einem tollen Jahr bleibt nur zu sagen:
Auf Wiedersehen in 2009!
